"Kampf der Kulturen" in Kriegszeiten

Die Kontroverse zwischen Romain Rolland und Thomas Mann im Ersten Weltkrieg

Vortrag  und Diskussion von und mit Professor Manfred Schmeling

am 10.4.2019 um 19 Uhr

geänderter Ort: VHS in der Kohlenstr.13

Sankt Ingbert

Das Buch von S. P. Huntington, “Clash of Civilizations” (1996),befasst sich primär mit dem Konflikt zwischen den Religionen.

Es scheint aber nicht übertrieben, wenn man die Kriege zwischen Deutschen und Franzosen ebenfalls als „Kampf

zwischen den Kulturen“ auffasst. Zwei Nobelpreisträger des vergangenen Jahrhunderts, Romain Rolland (Au-dessus de la

mêlée, 1914) und Thomas Mann (Betrachtungen eines Unpolitischen, 1914-18) bezeugen das in ihren Schriften des

Ersten Weltkriegs. Die Kontroversen beruhen auf sehr unterschiedlichen Wertvorstellungen und Ideologien. Während

Rolland für Menschenliebe und Pazifismus eintritt, legitimiert Th.Mann den Krieg als Mittel der Konsolidierung nationaler Kultur.

Beide Schriftsteller liefern zudem Musterbeispiele heftiger Polemik. Rolland wird von Mann als „im Geistigen unbewandeter Spießer“

beschimpft, und Rolland nennt die Deutschen „les petits-fils...d‘Attila“.